8 Tipps wie Du Deine Angst vorm Englisch sprechen überwindest

Geht uns das allen so? Im Urlaub sitzen wir an einem Tisch, es kommen Fremde dazu… Und wir müssen Englisch sprechen. Au weia, da sagen wir doch lieber mal nichts oder ganz wenig. Hier findest Du Tipps, wie Du diese Hemmungen überwindest.

Geht Dir das auch so?

Im Büro wird der neue Lieferant herumgeführt, er spricht Englisch, und wir eigentlich auch. Doch so plötzlich fällt uns nichts mehr ein. Ü B E R H A U P T nichts.
Dieser Effekt ist übrigens bekannt. Und obwohl wir alle (oder fast alle) in der Schule eine Fremdsprache gelernt haben, konnten wir die Scheu, sie zu sprechen, oft nie ganz überwinden.

Ich kenne eine Professorin an der Hochschule, sie lehrt Englisch und Französisch. Sie kennt natürlich die „Sprachbarriere“, die Hemmungen, die Blockaden.

Die Pädagogin löst sie, indem sie mit ihren Studenten am Abend etwas trinken geht. Und mit Trinken meint sie wirklich Alkohol. Denn so ein Glas Rotwein löst die Zunge, auch die englische oder französische.
Nun kann ich hier nicht allen Ernstes empfehlen, zur Flasche zu greifen. Vermutlich hilft das „Glas Rotwein“, die Empfehlung der Professorin nur kurzfristig und um überhaupt mal in Schwung zu kommen.
Doch wir suchen langfristige und dauerhafte Lösungen.

So war es bei mir

Hier erzähle ich von mir,
diesen Absatz kannst Du getrost überspringen. Bei „So habe ich die Barriere beim Sprechen von Fremdsprachen überwunden“ geht es weiter mit den Tipps.
Zurück zu meinem „Fall“.

Also, ich bin echt nicht sprachbegabt. In der Schule habe ich Englisch in der 11. Klasse abgelegt. Und im Abitur in Französisch 1 (in Worten: einen) Punkt bekommen, also eine 5-. Und ich war auch nicht interessiert, gut Englisch oder Französisch zu sprechen. Ich war jahrzehntelang zufrieden, dass ich ordentlich Deutsch kann, so eine schöne reichhaltige Sprache. Und dann wurde der Verlag, in dem ich arbeite, an eine französische Firma verkauft. Ich dachte immer noch, dass ich mit meinem Deutsch durchkomme, schließlich agieren wir auf dem deutschen Markt und machen deutsche Produkte.
Falsch gedacht.

Plötzlich musste ich meinen Job und den Verlag erklären. Und weil die französischen Chefs kein Deutsch sprechen (sie sind ja die Chefs !) musste ich das wenigstens in Englisch tun. Ich ging zu einem Privatlehrer und schaffte mir in ein paar Wochen die wichtigsten Vokabeln und Sätze drauf.
Doch es wurde immer anspruchsvoller und an Französisch führte schließlich kein Weg mehr vorbei, wenn ich meinen Job behalten wollte.
Also besuchte ich einen Kurs, sah französische Filme an (und verstand kein Wort außer „merde“), kaufte mir Lehrbücher, irgendwie war ich aber immer halbherzig dabei. Setzte mal wieder für ein paar Wochen aus. Und ich war frustriert („Hätte uns doch lieber eine amerikanische Firma gekauft…“). Meine schlimmste Erfahrung war, dass ich bei einem französischen Chef mal einen französischen Satz sagte, und er verbesserte mich. Folge? Ich habe weiterhin ein Jahr lang kein Französisch gesprochen…

So überwindest Du die Barriere beim Sprechen von Fremdsprachen

1. Was ist Deine Vision?

Warum möchtest Du eine Fremdsprache sprechen? Was ist Deine Motivation?
Zum Beispiel Urlaubsreisen. Das wäre schon toll, an der Rezeption im Hotel fließend nach dem Strand fragen zu können. Oder im Meeting aus dem Stand seine Ideen auf Englisch präsentieren zu können. Oder in der Bewerbung ehrlich schreiben zu können: Englisch? Verhandlungssicher. Oder hast Du gar keine andere Wahl?
Werde Dir klar, warum es für Dich toll wäre, eine Fremdsprache zu beherrschen. Eine fremde Sprache zu lernen ist echt eine Herausforderung. Eigentlich lernt man sie ein Leben lang. Aber – es ist auch eine totale Erweiterung des eigenen Horizonts, und das weißt Du ja sowieso …

2. Kein Stress!

In der Fremdsprache zu sprechen bereitet uns allen zunächst puren Stress. Wir haben Angst, Fehler zu machen, oder nicht verstanden zu werden, oder uns zu blamieren. Schluss damit! Ja keinen Stress. Denn Stress lässt uns frustriert zurück.
Und statt Stress? Da atmen wir erst mal tief durch. Einatmen, ausatmen.
Wir denken uns: Kein Stress. Englisch sprechen zu können, ist schön.

3. Suche die positive Seite!

Für mich war eine Zeitlang jedes Wort in Französisch die pure Frustration. Ach, schon wieder dieses vermaledeite Französisch, das lerne ich eh nie.
Bis ich den Spieß umgedreht habe und mir verordnet habe, sofort anzufangen zu lächeln, wenn ich Französisch hörte. Nicht freiwillig natürlich, sondern auf Kommando.
Ich habe mir verordnet, zu lächeln, wenn es um die Fremdsprache ging. Französisch sollte „eine Bereicherung für mein Leben“ sein.
Ich habe an meine Vision gedacht, durch Frankreich zu reisen, hier und da mit interessanten Menschen zu sprechen und viel Neues aus einer anderen Kultur zu erfahren. Meine zweite Vision: mich am Konferenztisch flüssig unterhalten zu können.
Also: lenke Deine Emotionen um, von dem frustrierten Satz: „das lerne ich nie“ hin zu „bald werde ich noch besser sprechen und verstehen“.
Nimm jedes Wort, das Du in der fremden Sprache verstehst als ein Gold-Nugget, à la „super, ich habe etwas verstanden“.

4. Üben und trainieren!

a) Für sich allein

Üben heißt die Praxis, die sich darauf richtet, etwas besser zu können. Üben heißt auch: wiederholen. Und zwar etliche Male, bis das neue Können sitzt.
Zum Üben gehören auch die Erfahrung von Enttäuschungen, Irritationen und Frustration. (Immer wieder erstaunlich, Kinder zu beobachten, die mit hoher ‚Fehler- und Frustrationstoleranz‘ etwas üben, sie lassen sich nicht so schnell entmutigen. Nehmen wir uns daran ein Beispiel ;).

Nun, was und wie üben wir, um die Sprachbarriere im Fremdsprachen-Gebrauch zu überwinden?
Zum Start: Du suchst Dir 5 Sätze in der Fremdsprache und sprichst sie. Jeden Tag, mehrere Male. Und zwar allein. Unter der Dusche, im Auto, wo immer wir allein sind. Der Sinn der Übung besteht darin, sich selbst in der neuen Sprache zu hören, sich an die eigene Aussprache zu gewöhnen.

Sätze finden kannst Du für Englisch, z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=ylosXTRhhH8

Oder für Französisch: https://www.youtube.com/watch?v=c0iqOtRWKiI&list=PL2153AA5E4F035326

Versuche einfach, so ähnlich wie die Youtuber zu sprechen, also nachahmen und nachmachen!
Und jetzt ab zum Üben, los geht’s!

b) Laut lesen

Schnapp Dir einen Text in Deiner Fremdsprache (z. B. Englisch in der New York Times: https://www.nytimes.com oder Französisch in der Le Monde: http://www.lemonde.fr ). Jeden Tag ein paar Minuten laut lesen, das bringt Dich echt richtig voran.

c) Mit anderen

Die nächste Stufe ist, sich Mitstreiter zu suchen. In der Familie, im Team der Kollegen, etc. Fragt mal herum.
Mit anderen Deutschen eine Fremdsprache zu sprechen, ist zunächst ein bisschen „strange“, ein wenig seltsam. Doch mehr Menschen als man glaubt, haben das gleiche Problem und würden gerne ihre eigene Sprachbarriere überwinden. Vielleicht kommt jemandem Deine Frage gerade recht.

Spielerisch?
Gute Sparringspartner sind auch oft die eigenen Kinder/Enkel/Cousinen etc., die gerade in der Schule Englisch oder eine andere Fremdsprache lernen.
Macht mal ein Sprachspiel: Am Tisch zusammensetzen, jeder schreibt den Namen eines Prominenten auf einen gelben Klebezettel und klebt ihm dem Nächsten auf die Stirn. Jetzt wird in der Fremdsprache gefragt, wer man ist. „You are a man?“ „Yes“. You live in the USA?“ No. …
Beim ersten Nein, kommt der Nächste dran. Es wird solange gespielt, bis der Prominente erraten ist.

5. Such Dir einen Tandempartner(-in)!

Dank Internet können wir einen Sprach-Tandem-Partner finden. Sieh mal in Deiner Stadt nach. Jeden Tag kommen Leute aus fremden Ländern bei uns an. Sie möchten hier studieren oder arbeiten. Und sie möchten ihr Deutsch verbessern. Bei Google eingeben: Facebook, Sprachtandem und Deine Stadt (z.B. Facebook, Tandempartner, Frankfurt). Oder das Ganze ohne Facebook.

Ich habe, by the way, meinen Sprachtandem-Partner hier gefunden: www.erstenachhilfe.de. Wenn Du die Seite gefunden hast, sieh am besten immer wieder mal rein. Und frage dann beherzt an. Scheu Dich nicht, auch jüngere Leute zu fragen. (Im Laufe des Lebens werden es übrigens immer mehr Menschen, die jünger sind ;))
Ein Sprachtandem funktioniert so: Ihr beiden trefft Euch, z. B. in einem Café. Und Ihr sprecht die Hälfte der Zeit Deine „Zielsprache“, also z.B. Spanisch. Die andere Hälfte der Zeit die „Zielsprache“ des anderen, also Deutsch.
Tandems können auch so organisiert sein, dass jeder nur in seiner Zielsprache spricht, Du also in z.B. Englisch, der andere nur Deutsch.
Und wie lange dauert eine …

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… Verabredung? Nach Vereinbarung. Ich bin meist nach 90 Minuten so erschöpft, dass es genug ist. Ein Sprachtandem macht man mindestens einmal die Woche.

Übrigens, mein Tandempartner ist inzwischen zurück nach Frankreich gezogen. Doch mit den paar Jahren haben wir uns angefreundet und bleiben weiter in Kontakt. Unsere deutsch-französischen Tandems machen wir weiterhin jeden Sonntag Abend. Wie? Mit Skype. Da ist alle moderne Technik doch mal richtig gut!!

6. Verstehen ist wichtiger als sprechen!

Übrigens: das Wichtigste ist: bleib entspannt. Und lerne vor allem die Fremdsprache zu verstehen. Die allermeisten Leute möchten sprechen und verstanden werden. Du selbst musst also gar nicht so viel sprechen.

Und hier kommt die Zusammenfassung meines Beitrags, sozusagen ein  „Spickzettel“ für Dich, um Fremdsprachen-Barrieren zu überwinden:

  1. Deine Vision überlegen, warum Du eine Fremdsprache sprechen möchtest
  2. Kein Stress, bleibe super entspannt, lächle wenn Du Worte in „Deiner“ Fremdsprache hörst oder sprichst
  3. Für sich allein üben: 5 bestimmte Sätze
  4. Übe Dich im laut Lesen
  5. Sprich mit anderen in Deiner Fremdsprache (ja, auch mit anderen Deutschen)
  6. Such Dir einen Sprach-Tandem-Partner
  7. Bleib dran, trotz aller Frust-Erlebnisse
  8. Und bleib entspannt und geduldig: eine Fremdsprache zu lernen und anzuwenden ist eine langwierige (und total schöne) Sache!

Wie geht es Dir mit Fremdsprachen? Ich freue mich auf Deine Erfahrungen. Du kannst sie hier in die Kommentare schreiben!

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